Eigentlich ist Washington ja meine Heimat für die kommenden Monate. Aber wenn man schon mal in den USA und dann an der Ostküste ist, darf man sich eine Stadt natürlich nicht entgehen lassen: New York City! Also habe ich mich für zweieinhalb Tage auf den Weg in eine der Städte dieser Welt gemacht. Hier ein paar Impressionen und auch Tipps, falls ihr auch mal die Gelegenheit habt, diese Stadt zu besuchen. Und dabei nicht völlig bankrott gehen wollt.

 

An- und Abreise

Flugzeug, Bahn oder Bus – Um von Washington nach New York zu kommen, gibt es einige Wege. Ich habe mich aus ökologischen und preislichen Gründen für die rund vierstündige Fahrt mit einem Fernbus entschieden. Hinfahrt mit Boltbus für 15 Dollar, Rückfahrt bei MegaBus für 10 Dollar. Boltbus war ähnlich komfortabel wie der Postbus, den ich in Deutschland immer nutze. Beim MegaBus bin ich leider zu spät eingestiegen musste im Vierer sitzen, da war die Beinfreiheit leider nicht so gegeben. Aber dafür hat das Internet funktioniert und bisschen schlafen konnte ich trotzdem (war der späte Bus von 22:00 bis 2:00 Uhr).

Übernachtung in New York

New York kann sehr teuer sein, wenn man in einem Hotel übernachten möchte. Aber auch Hostel sind mit mindestens 20 Dollar (meist teurer) nicht unbedingt ein Schnäppchen, vorallem, wenn sie nicht günstig liegen. Deswegen – und auch, ums mal rauszufinden, wie das ganze so funktioniert – habe ich auf Couchsurfing.com nach einem kostenlosen Plätzen gesucht und wurde fündig.

Die erste Nacht habe ich bei einem Chinesen übernachtet, der neben mir noch eine andere Deutsche, eine Franzözin, eine Japanerin, einen Inder, einen Spanier und einen Amerikaner einquartiert hatte. Alle im Wohnzimmer, alle auf Luftmatratzen. Sicherlich keine Übernachtungart für jederman, aber die Truppe war echt ein lustiger Haufen und schneller als dort konnte man keine Menschen aus anderen Ländern kennenlernen. Und Aurora, die Französin hat mit Antonia auch sehr leckere Crepes gezaubert!

Die zweite Nacht habe ich dann bei Donald, einem 81-jährigen, ehemaligen Priester verbracht. Seine Wohnung liegt einfach mal nur zwei Blocks vom Trade Center weg – und kostet trotzdem weniger als meine Wohnung in Washington. Ein besonderes Programm, dass das Bauunternehmen verplichtet, neben 80% hochpreisigen Angeboten auch 20% Sozialbauten in der Gegend zu schaffen, hat es möglich gemacht. Diese Preisersparnis versucht Donald jetzt auch an andere weiterzugeben und schafft das dankt Couchsurfing auch ziemlich gut.

Der erste (halbe) Tag – die Spuren von 9/11

Nachdem ich um 15 Uhr meine Tasche bei meiner ersten Unterkunft abgeladen hatte, habe ich mich erstmal auf die Suche nach zwei Dingen gemacht: Essen und einem Adapter für mein Ladekabel. Ich hatte nämlich im morgendlichen Tran zwar das Kabel mitgenommen, aber nicht den Adapter aus der Steckdose. Und ganz ohne Navigation wollte ich dann doch nicht New York erkunden, auch wenn das Wegenetz recht gut zu verstehen ist, wenn man die Zahlen zwischen 1 und 100 und das Alphabet fehlerfrei beherrscht. Den Adapter habe ich dann zum Glück sehr schnell in einem Elektronikladen gefunden. Auch das mit dem Essen hat dann geklappt, der Burger aber vorallem die Pommes vom nahegelegenden Fast-Food-Schuppen (nein, kein McDonalds!) hatten aber Glück, dass ich es versäumt habe, ein Foto von ihnen zu schießen und das der Hot-Dog zwei Tage später noch übler war. Sonst hätten sie einen eigenen Blogeintrag bekommen…

Danach habe ich mich auf den Weg Richtung Downtown gemacht. Mein erstes Ziel war nämlich das 9/11 Memorial, das 9/11 Museum und natürlich auch das neue One World Trade Center. Und ich muss sagen: Alles war ziemlich beeindruckend!

Tipps: Das 9/11 Museum kann man am Dienstagabend kostenlos besuchen, wenn man vorher online die Karten reserviert. Ich habe einen Tag vorher reserviert und keine Probleme gehabt, Menschen ohne Karten kamen aber um 18 Uhr nicht mehr nicht ins Musuem, weil es keine Karten mehr gab. Vorher reservieren lohnt sich also doppelt. Einziger Nachteil: Man hat nur zwei Stunden im Museum. Ich habe den Fehler gemacht und mir noch zwei kurze Dokus angeschaut, weshalb ich nur noch eine Stunde übrig hatte. Das war definitiv zu wenig. Im Zweifel also die Filme weglassen, da verpasst man deutlich weniger als wenn man in der Ausstellung keine Zeit mehr hat.

Der zweite Tag – Rockefeller, MoMa und The Nightly Show

Der Schnäppchenjäger in mir schlug dann auch am zweiten Tag zu. Mit einem Kombi-Ticket für 50 Dollar kaufte ich mir Eintrittskarten für das Rockefeller Center und das Musuem of Modern Art. Die Aussichtsplattform auf Rockefeller Center ist nicht so beliebt wie die Plattform des Empire State Building, die Wartezeit ist also deutlich kürzer. Bis man oben ist, hat es bei im Rockefeller ca. 30 Minuten gedauert, das war verkraftbar. Und die Aussicht entschädigt dann auch für eventuelle Verzögerungen.

Danach ging es dann in Museum of Modern Art. Davon gibt es keine Bilder, da waren schon genug da. Ein Besuch lohnt sich aber – selbst, wenn man kein Kunstexperte ist oder werden möchte.

Mit Kunst und Kultur ging es dann am Nachmittag dann auch gleich weiter. Denn ich hatte mir eine der kostenlosen Kartenreservierungen für The Nightly Show with Larry Willmore gesichert. Wobei die Betonung auf Reservierung liegt. Alle Late Night Shows überbuchen ihre Shows, damit auch wirklich alle Plätze belegt sind. Man muss also schon deutlich vor dem eigentlichen Beginn des Einlasses kommen, um auch wirklich einen Platz zu kriegen. Ich

Nightly Show Set
So sieht das Set der Nightly Show aus!

war rund 40 Minuten vor dem Einlass um 16:30 Uhr da und kam nur noch ziemlich knapp rein. Die Schlange reichte bis zum Ende des Blocks, über 100 Meter lang.

Das lag aber vielleicht auch an den besonderen Umständen der Show. Es war nämlich die vorletzte Nighty Show überhaupt, weil die Quoten zu schlecht waren, wurde die Sendung abgesetzt. Schade, denn ich habe während der Aufzeichnung viel lachen müssen – auch wenn Willmore mit seiner sehr direkten Art (es fiel oft das Wort Motherfucker) nicht an andere Größen wie John Oliver, Stephen Colbert oder dem Ziehvater von allen dreien, Jon Stewart ran kommt. Wobei man bei diesem Segment aus der Show, die ich besucht habe, schon die Einflüsse von Jon Stewart sieht.

 

Nach der Aufzeichung bin ich dann noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert, um dann unweigerlich an einem der verrücktesten Orte in New York zu landen – dem Times Square, dem Eldorado für jeden Hersteller von Großbildleinwänden.

Times Square

Den Sinn dieses Platzes habe ich nicht ganz verstanden. Aber nach „Sinn“ darf man in den USA ja nicht immer fragen.

Der dritte Tag – Free Tour by Foot, Intreprid und Skyline gucken

Eine typische Art, New York (oder auch Washington oder andere große Städte) kennenzulernen sind Hop-On-Hop-Off-Busse, die durch die Straßen fahren und alle wichtigen Punkte in der Stadt abklappern. Bei Interesse kann man aussteigen und dann später in einen anderen Bus wieder einsteigen. Allerdings kostet so eine Tour mindestens 40 Dollar, also beschloss ich, die Stadt entweder mit der Subway zu erschließen (Ist super, im Sommer bekommt man für die 3 Dollar pro Fahrt auch gleich einen Saunagang all inclusive – Air Condition ist ein Fremdwort unter der Erde New Yorks!) oder zu Fuß. Wer zwei gesunde Beine hat, dem sei eine free-tour-by-foot empfohlen. Es gibt keinen festen Preis, man zahlt nur das, was man sich leisten kann oder möchte. Ich habe die dreistündige Tour durch Downtown gemacht und dabei das Finalcial District, Chinatown, SoHo und Little Italy kennengelernt.

Nach dieser Tour, die nicht drei Stunden, sondern fast vier Stunden gedauert hat, ging’s dann direkt weiter zur USS Intreprid, einem US-Flugzeugträger. Einst eingesetzt im 2. Weltkrieg und im Vietnamkrieg ankert das Schiff jetzt in New York und ist jetzt ein Museum. Die Informationsdichte war nicht so hoch wie im 9/11 Musuem oder im MoMa, dafür gibt es sehr viele Flugzeuge in Origninalgröße zum Anschauen. Und fotografieren.

Für Interessierte an Militärhistorie sicherlich interessant, allerdings war es mit über 30 Dollar Eintrittgeld auch am teuersten. Um das Geld wieder reinzuholen, gab’s dann auch keine extra Bootstour auf dem Hudson oder zur Freiheitsstatue, sondern ich habe die kostenlose Variante genommen – die Staten Island Ferry! Die bringt alle rund 20 Minuten Pendler von Manhatten nach Staten Island und fährt direkt an der Freiheitsstatue vorbei (unbedingt rechts an Bord stehen!). Einen guten Blick auf die Skyline hat man dann besonders auf der Rücktour.

Und zum Abschluss ging es dann nochmal auf die Brooklyn Bridge – dann waren meine Füße aber auch so platt, dass ich froh war, in den Bus steigen zu können. Und nach der Hektik von New York auch wieder die Stille von Washington genossen habe.

brooklyn bridge

 

PS: Hier noch ein Linktipp, falls ihr eine Reise nach New York plant – Ich fand die Seite bei meinen Vorbereitungen ziemlich hilfreich! http://lovingnewyork.de/

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